Förderung für Offene Digitale Basistechnologien

Offene Digitale Basistechnologien ermöglichen die Erstellung und die Ausführung von Software auf Betriebs- und vernetzten Kommunikationssystemen. Basistechnologien, z. B. Sicherheitstools wie Zertifikate und auch kritische Komponenten für Softwareentwicklung wie Compiler und Librarys sind für den Betrieb des Internets und weiterer Kommunikationsmedien erforderlich. Ohne diese freien, offenen, zugänglichen und sicheren Basistechnologien des Internets können wir - Einzelpersonen, Communitys, Unternehmen, Wissenschaft sowie Politik und Verwaltung - nicht vom digitalen Wandel profitieren. Offene Digitale Basistechnologien sind somit eine Grundlage für eine Digitalisierung im gesellschaftlichen Interesse.

Das Ziel der Bundesregierung, die digitale Souveränität zu stärken, also die selbstbestimmte Nutzung und Gestaltung digitaler Technologien und Systeme durch Individuen, private Organisationen und den Staat, ist ohne ein robustes Open-Source-Ökosystem nicht zu erreichen. Offene Digitale Basistechnologien, z. B. Code-Bibliotheken oder standardisierte Protokolle, sind hierbei von besonderer Wichtigkeit. Denn diese werden von Entwickler:innen benutzt, um Anwendungssoftware zu schreiben und sicherzustellen, dass diese auch funktioniert und dass Informationen ungehindert von Anwender:innen zur Maschine und wieder zurück übersetzt werden können.

Es muss daher ein neues Förderprogramm geschaffen werden, das den Fokus auf Innovationsförderung sinnvoll mit Unterstützung für ein langfristig resilientes und nachhaltiges Open-Source-Ökosystem ergänzt. Mit der Schaffung eines neuen Förderprogramms speziell für Offene Digitale Basistechnologien könnte die Entwicklung und Wartung von relevanten Softwarekomponenten unterstützt werden und damit Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft, Unabhängigkeit und eine souveräne Zivilgesellschaft gestärkt werden.

Mission Statement:

Die Entwicklung, Verbesserung und Instandhaltung von Offenen Digitalen Basistechnologien soll durch einen Sovereign Tech Fund unterstützt werden. Das Ziel ist die nachhaltige Stärkung des Open-Source-Ökosystems, mit einem Fokus auf Sicherheit, Resilienz, technologischer Vielfalt und auf die Menschen hinter den Projekten.

Der Sovereign Tech Fund

Der Sovereign Tech Fund will nicht nur auf die Entwicklung neuer Technologien setzen, sondern auf die Instandhaltung und Verbesserung existierender Software und Standards. Es wird eine nachhaltige Förderung angestrebt, die über Förderlaufzeiten hinaus nicht nur Projekte, sondern ganze Ökosysteme unterstützt und damit eine langfristige Wirkung erzielt. Mit einer nachhaltigen Unterstützung von Offenen Digitalen Basistechnologien wird eine höhere Resilienz der geförderten Projekte angestrebt, die die Sicherheit des Open-Source-Ökosystems verbessert, über Interoperabilität technologische Vielfalt herstellt und auf das Ziel der digitalen Souveränität einzahlt. Einzelpersonen und ihre individuelle Entwicklung sowie Organisationsentwicklung und die Bedürfnisse von Communitys sind Faktoren, die im Förderdesign berücksichtigt werden müssen. Die soziale Komponente der offenen, dezentral organisierten Softwareentwicklung wird als Potenzial erkannt.

Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurden die Bedarfe und Möglichkeiten für ein solches Förderprogramm geprüft. Die Idee orientiert sich u. a. an Open Technology Funds Core Infrastructure Fund und kann von dessen und den Erfahrungen aus anderen Programmen, z. B. des Prototype Funds, lernen und bereits getestete Verfahren übernehmen. Für das Design des Sovereign Tech Fund wurden zahlreiche weitere, bereits existierende Programme analysiert, Interviews mit Entwickler:innen und Stakeholdern im Open-Source-Ökosystem geführt sowie zwei Expert:innen-Workshops gehalten. An der Studie mitgewirkt haben insbesondere Fiona Krakenbürger, Eileen Wagner, Tara Tarakiyee, Katharina Meyer und Adriana Groh.

Unsere Machbarkeitsstudie
(PDF, 47 MB)

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